Gruppenleiterschulung 2009

 

Gruppenleiterschulung des VCP Kaarst vom 23.-25.10.2009 in Radevormwald


Trotzdem oder gerade weil wir, die Gruppenleiter der Pfadfinderschaft Kaarst, alle schon einige Jahre als Leiter einer Kindergruppe aktiv  sind, war es uns sehr wichtig, uns im Rahmen dieses Wochenendes im pädagogischen Bereich weiterzubilden bzw. unser pfadfinderisches Vorwissen aufzufrischen.
Die Jugendherberge in Radevormwald schien uns dafür ideal, da sie genug Räumlichkeiten für Vorträge und andere Aktivitäten bietet und zudem in einer für Pfadfinder reizvollen Umgebung liegt.

Unser Programm begann am Freitagabend nach dem Abendessen mit Geocaching (einer Art Wanderung, bei der man mit Hilfe eines GPS-Gerätes nach Koordinaten läuft) in einem Waldgebiet in der Nähe von Radevormwald.
Was für manche bloß ein Hobby ist, war für uns als Pfadfinder eine wichtige Übung zur Orientierung in der Dunkelheit.
Eine gute Orientierung und ein sicheres Auftreten (vor allem auch bei Nacht) den Kindern gegenüber ist für unsere alljährlichen Tages- und Nachtwanderungen mit Kindergruppen von großer Bedeutung, da diese uns als Vorbilder sehen und sich zu jeder Zeit mit uns sicher fühlen sollen.

Im Verlauf des nächsten Tages haben wir uns mit Kletter- und Abseiltechniken, verschiedenen Fortbewegungsmethoden in weglosem Gelände sowie einem Besuch der Ennepetalsperre beschäftigt.

Am Samstagabend stand das Highlight unseres Schulungswochenendes auf dem Programm: eine geführte Tour durch eine natürliche Höhle (Kluterthöhle) im nahe gelegenen Ennepetal. Diese Führung fand zum Teil in völliger Dunkelheit, teilweise im spärlichen Licht unserer Kopflampen statt und bot einige Stellen, die nur flach auf dem Boden kriechend oder auch mal kletternd zu passieren waren.
Im dieser besonderen Situation, in der uns unsere wichtigste Sinneswahrnehmung, nämlich das Sehen, nicht weiterhalf, waren gegenseitiges Helfen und vor allem Vertrauen unumgänglich. Hätten wir nicht im Team gearbeitete, wären wir an vielen Stellen nicht weiter gekommen.
In dieser Höhle, in der es nicht möglich war, einfach umzukehren, haben wir außerdem gelernt mit den körperlichen und psychischen Grenzen von anderen oder uns selbst umzugehen und uns gegenseitig in solchen Situationen zu unterstützen.

Für uns alle war diese nächtliche Höhlentour eine außergewöhnliche, aber vor allem tolle Erfahrung, die uns als Gruppe zusammengeschweißt hat und uns gezeigt hat, dass es für die Arbeit in einem Jugendverband das aller Wichtigste ist, dass man sich immer aufeinander verlassen bzw. einander vertrauen kann.

Am Sonntag beschäftigten wir uns mit einigen pädagogischen Fragen, die für unsere Arbeit als Gruppenleiter nicht nur hilfreich sondern auch notwendig sind.

Dazu hat Anja Weber, eine Gruppenleiterin aus unserem Kreis, die zurzeit Psychologie studiert und sich deshalb auch auf dem Gebiet der Pädagogik sehr gut auskennt, einen Vortrag zum Thema „Ursachen von Fehlverhalten und  adäquate Reaktionsmöglichkeiten“ gehalten. In unserem Fall bedeutet dieses Fehlverhalten, wenn sich Kinder entgegen wichtigen und eigentlich bekannten Lager- oder Gruppenregeln verhalten.
Wir haben aus diesem Vortrag, der mehr eine lockere Diskussion mit vielen interessanten Rückfragen, Ergänzungen und Berichtungen von eigenen Erfahrungen war, gelernt, dass so genanntes Fehlverhalten nicht immer böswillig oder bewusst geschieht, sondern auch andere verständliche Hintergründe haben kann, weshalb es immer wichtig ist, mit den Kindern über ein solches Verhalten ruhig zu reden und zu versuchen, Gründe dafür zu finden.
Auch über dieses Thema hinaus haben wir viele teilweise schwierige Situationen in der Arbeit mit Kindern angesprochen und Anja hat uns hilfreiche Tipps gegeben, die uns in der Zukunft einige Situationen erleichtern werden. 

Anschließend haben wir uns mit der Wiederholung und Vertiefung wichtiger Pfadfindertechniken beschäftigt. So wurden uns von Daniel nicht nur alle für Fahrt und Lager notwendigen Knoten, sowie der Umgang mit Karte und Kompass noch einmal erklärt, wir haben auch in der näheren Umgebung das Einnorden der Karte, Peilen mit dem Kompass, Gehen nach Marschzahlen usw. unmittelbar ausprobieren können. Anschließend  haben wir noch den Morsecode erlernt und mit Hilfe von Taschenlampen vom einen Gebäude der Jugendherberge zum anderen Botschaften gesendet. Dies ist eine gute Methode, sich aus einer Distanz, aus der es unmöglich ist einander zu hören, dennoch zu verständigen.

Abschließend kann man sagen, dass das Schulungswochenende für alle Teilnehmer sehr lehrreich und interessant war und dass das Programm ein breites Spektrum an wichtigen pfadfinderischen Inhalten und Kompetenzen ansprach.